Haarausfall hat viele Gesichter

  
 
   Hormonell bedingter Haarausfall


  Gesundes, schönes, volles, glänzendes Haar, eine Voraussetzung für   Harmonie mit dem eigenen Körperbild und Wohlbefinden. Eine Lichtung der   Haare wird von den Betroffenen oftmals als Bedrohung wahrgenommen und   beeinträchtigt das eigene ästhetische Empfinden in manchen Fällen soweit,   dass das Selbstwertgefühl sich vermindert, Schamgefühle auftreten und ein   Rückzug vom sozialen Leben stattfindet. Das Haarwachstum wird durch   Hormone gesteuert. Die größte Haarfülle haben die meisten Menschen zum   Zeitpunkt der Pubertät. Mit den Jahren sinkt bei den meisten Menschen die   Dichte der Behaarung kontinuierlich, bei Frauen langsamer, bei Männern   schneller. Eine Glatzenbildung tritt bei Frauen nur in den seltensten Fällen auf.   Geschwindigkeit und Ausmaß dieser „physiologischen “ Haarlichtung sind in   unseren Erbanlagen festgelegt und individuell unterschiedlich. Prinzipiell haben   männliche Geschlechtshormone eine hemmende Wirkung auf das   Haarwachstum, weiblichen eine fördernde. Dies ist auch die Ursache dafür,   dass die meisten Frauen in der Schwangerschaft oder bei Einnahme   bestimmter Hormonpräparate dichtes, glänzendes Haar entwickeln. Leider   nimmt die Natur dieses Geschenk in den meisten Fällen etwa drei Monate nach   der Schwangerschaft wieder zurück. Die moderne Medizin bietet eine Anzahl   von Möglichkeiten, die Haarfülle bis zu einem gewissen Grad zu erhalten. Bei   Männern wird Finasterid eingesetzt, eine Substanz, die die Aktivierung   männlicher Geschlechtshormone in der Haut hemmt. Inzwischen liegen erste   Untersuchungen über eine Wirksamkeit dieser Substanz auch bei Frauen vor.   
  Im weiblichen Organismus besteht zusätzlich die Möglichkeit,   Hormonpräparate einzunehmen. Eine haarwachstumsfördernde Wirkung   sowohl bei Männern als auch bei Frauen hat Minoxidil. Diese Substanz regt
  das Haarwachstum auf einem nicht hormonellen Weg an. Sie muß nicht   eingenommen werden sondern wird in Form eines Haarwassers aufgetragen.   Sanft unterstützend wird die Anwendung von Komplexhomöopathica und von   Extrakten der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) empfohlen.

  Einem langsam fortschreitenden Haarausfall liegt nur in den seltensten Fällen   eine schwere internistische Erkrankung, beispielsweise ein krankhafter   Vitaminmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung zugrunde. Eine etwas   größere Rolle spielen Medikamente, beispielsweise bestimmte   Psychopharmaka oder auch Marcumar.


  Alopezia areata - kreisrunder Haarausfall

  Hierbei treten innerhalb kurzer Zeit kreisrunde haarlose Areale an der   Kopfhaut aus. In allerdings höchst seltenen Fällen kommt es zu einer   kompletten Glatzenbildung, noch seltener zu einem Verlust der gesamten   Körperbehaarung. So erschreckend die nicht seltene Erkrankung wirkt, so   harmlos ist sie im Grunde. Ursächlich sind nicht wie häufig vermutet   schwerwiegende innere Erkrankungen sondern punktuelle Fehlregulierungen
  im Immunsystem der Haut. In den weitaus meisten Fällen regenerieren sich   die Haare innerhalb eines Jahres wieder. Das Wiederwachstum kann durch das   Auftragen kortisonhaltiger Lösungen beschleunigt werden. Ferner steht eine   sogenannte Reiztherapie mit Dithranol zur Verfügung, die das Immunsystem   wieder in die richtige Richtung lenkt.

  
  Entzündlicher Haarausfall
  
  
Schwere Ekzeme der Kopfhaut oder eine Schuppenflechte, aber auch   Pilzerkrankungen der Kopfhaut können ebenfalls von Haarausfall begleitet   sein. Nach Abheilen der Hautveränderungen regeneriert sich das   Haarwachstum gewöhnlich wieder von selber. Auch eine Reihe von allerdings   sehr seltenen Autoimmunerkrankungen kann einen entzündlichen Haarausfall   zur Folge haben. Zur Diagnostik muß eine Hautprobe entnommen werden, die   Behandlung kann gelegentlich langwierig sein.

  Bei der Diagnostik von Haarerkrankungen wird ein sogenanntes Trichogramm   erstellt. Hierzu werden an 2 verschiedenen Stellen der Kopfhaut jeweils einige   Haare entnommen und die Haarwurzeln unter dem Mikroskop untersucht. Ein   Mensch kann übrigens natürlicherweise täglich bis zu 80 Haare verlieren. Das   kann bei langen Haaren eine ganze Handvoll sein.

 


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  zu Diagnostik und   Therapie in der Derma-
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