Hautkrebs



  Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland und nimmt weiter zu. Es   gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Am bekanntesten und gefährlichsten   ist der sogenannte "schwarze Hautkrebs" (= malignes Melanom). Der „weiße   Hautkrebs“ ist häufiger, aber weniger gefährlich; dazu gehören das Basal-
  zellkarzinom, das spinozelluläre Karzinom . Aktinischen Keratosen sind   sogenannte Vorstufen des spinozellulären Karzinoms.
  Die Haut ist das einzige Organ, an dem bösartige Veränderungen schon im   frühesten Stadium erkannt und effektiv behandelt werden können. Daher zählt   die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung zu einer der wichtigsten vorbeugenden   Gesundheitsmaßnahmen.

  Schwarzer Hautkrebs (= malignes Melanom)
  Der schwarze Hautkrebs entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut   (=Melanozyten).
  Der schwarze Hautkrebs kann in jedem Lebensalter und an jeder Körperregion   auftreten, sowohl auf gesunder Haut als auch auf einem vorbestehenden   Muttermal. In seltenen Fällen besteht eine typische Vorläuferveränderung   (sogenannte Lentigo maligna, v.a. im Gesicht).
  Je dicker der schwarze Hautkrebs bei Diagnosestellung, umso tiefer ist er   bereits in die Tiefe der Haut eingedrungen und umso größer ist die Gefahr,   dass sich einzelne bösartige Zellen vom Tumor lösen und über Blutgefässe   oder Lymphbahnen im Körper Tochtergeschwülste (sogenannte Metastasen)   ausbilden. Daher hängt die durchschnittliche Überlebensdauer im Wesentlichen   von der Dicke des Melanoms ab: je später entdeckt, umso tiefer eingedrungen   und umso gefährlicher ist der schwarze Hautkrebs.
  Die Häufigkeit des Melanoms nimmt dramatisch zu: in den letzten Jahren hat   sich die Inzidenz (Häufigkeit) etwa alle 15 Jahre verdoppelt. Zurzeit erkranken   in Deutschland etwa 16000 Menschen pro Jahr an einem malignen Melanom   (damit erkrankt fast jeder hundertste im Laufe seines Lebens an einem   Melanom).
  Durch die verbesserte Früherkennung ist die Sterblichkeitsrate (Letalität) beim   Melanom in den letzen 30 Jahren deutlich rückläufig. Während in den 70er   und 80er Jahren noch jeder zweite Erkrankte dem Leiden erlag, ist es heute   nicht mal jeder achte (aktuell versterben etwa 2000 Menschen pro Jahr in   Deutschland am Melanom).

  Therapie des Melanoms
  Die beste Behandlung besteht darin, den Tumor möglichst frühzeitig in   gesunder Haut herauszuschneiden. Dies kann fast immer ambulant in unserer   Praxis erfolgen. Der entfernte Tumor wird immer mikroskopisch untersucht. Je   nach Größe oder Ausdehnung des Melanoms muss mehr oder weniger viel   gesundes Gewebe an den Rändern mit entfernt werden. Die operative   Entfernung von Melanomen im Frühstadium ergibt fast in 100% die   vollständige Heilung.
  In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, den sogenannten Wächter-
  Lymphknoten mit zu entfernen ("sentinel lymph node biopsy").
  Nach der operativen Behandlung eines Melanoms erhält der Patient einen   „Tumorpass“, in dem die Tumordaten eingetragen werden und die   regelmäßige, stadienadaptierte, mindestens einmal jährliche Kontroll-
  untersuchung der Haut durch den Facharzt dokumentiert wird (Nachsorge über   10 Jahre).

  Weißer Hautkrebs
  Zum weißen Hautkrebs gehören das Basallzellkarzinom und das spinozelluläre   Karzinom. Beide entstehen unter dem Einfluss von UV-Licht (Sonnenlicht,   Sonnenbank), daher treten sie v.a. an sonnenbeschienenen Arealen auf. Dem   Stachelzellkarzinom gehen in der Regel Vorläuferläsionen voraus (sogenannte   aktinische   Keratosen), die meist über viele Jahre bestehen und noch nicht   bösartig sind.

  Basalzellkarzinom
  Das Basalzellkarzinom (auch Basaliom genannt) ist die häufigste bösartige   Neubildung an der Haut (etwa 90000 Neuerkrankungen pro Jahr in   Deutschland). Wegen der fehlenden Tendenz zur Bildung von   Tochterge-
  schwülsten (Metastasen) wird es gerne auch als semimaligne ("halbbösartig")   bezeichnet, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass es jederzeit   zu einem biologisch aggressiven Wachstum mit Zerstörung von Haut,   Unterhaut und angrenzender Organstrukturen (Knorpel, Knochen, Muskel usw.)   kommen kann. Dies führt dann in anatomisch kritischen Lokalisationen   (Augenwinkel, Ohren, Nase, Oberlippe usw.) bei entsprechender Tumorgröße   unter Umständen zu schwierigen Bedingungen. V.a. deshalb ist die frühzeitige   operative Entfernung unbedingt anzustreben. Wir führen die entsprechenden   Eingriffe in unserer Praxis in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durch.   Lediglich bei sehr großen Tumoren oder komplizierter Lokalisation (z.B.   Lidrand) ist ggf. eine Überweisung zum Plastischen Chirurgen erforderlich. In   bestimmten Situation kann zur Behandlung des Basalzellkarzinoms auch ein   nichtoperatives Verfahren (Photodynamische Therapie, Laserbehandlung,   Röntgenbestrahlung) gewählt werden. Welche Maßnahme den jeweiligen   Umständen nach die am besten geeignete ist, wird mit dem Patienten   ausführlich besprochen.

  Spinocelluläres Karzinom (Stachelzellkarzinom oder Spinaliom)
  Das spinozelluläre Karzinom tritt etwas seltener auf (etwa 30000   Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland). Es entsteht fast ausschließlich an   den sonnenbeschienenen Arealen (Gesicht/Ohren/Kopfhaut und Hände) und   kann insbesondere bei hoher Tumordicke bzw. bei Befall von Lippen oder   Ohren über die Lymphwege Metastasen im Körper ausbilden. Deshalb ist das   spinozelluläre Karzinom auch gefährlicher als das Basalzellkarzinom.
  Die Methode der Wahl zur Behandlung des spinocellulären Karzinoms ist die   Operation. In der Regel wird die Behandlung (wie beim malignen Melanom   oder beim Basalzellkarzinom) in örtlicher Betäubung in unserer Praxis   durchgeführt. In ausgewählten Fällen kann wie beim Basalzellkarzinom eine   Überweisung zum Plastischen Chirurgen oder zur Röntgenbestrahlung   erforderlich sein.

  Aktinische Keratosen
  Aktinische Keratosen sind Vorläufer des spinozellulären Karzinoms. Aus etwa   10 % aller aktinischen Keratosen entsteht im Laufe von vielen Jahren ein   Stachelzellkrebs. Sie imponieren als lang bestehende, schuppende, z.B.   sandpapierartige Rötungen, die (wie das spinozelluläre Karzinom) auf   sonnengeschädigter Haut an Gesicht, Ohren, Kopfhaut und Händen auftreten.   Diese Vorstufen des Stachelzellkrebs bedürfen einer fachgerechten Therapie,   um die Entstehung eines Stachelzellkrebs zu verhindern. Wer verwenden dazu   die photodynamische Therapie, Kryotherapie, chemisches Peeling oder   operative Entfernung.

  Neben diesen drei häufigsten bösartigen Hauttumoren und den aktinischen   Keratosen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer, sehr seltener bösartiger   Tumore der Haut und der Schleimhäute (z.B. Lymphom, Merkelzellkarzinom,   Dermatofibrosarkom, Kaposi-Sarkom etc.), deren Erkennen und Therapie   ebenfalls in unser Aufgabengebiet fällt.

 


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